Wie sonst zur Afuprüfung?

Der Kurs ist inzwischen abgeschlossen.

Ich kriege aber weiterhin E-Mail mit der Bitte um Rat: Wie komme ich zur und durch die Amateurfunkprüfung?

Hier meine Ideen dazu. Ich veröffentliche das hier, statt nur die konkreten Emails zu beantworten. Dann haben (vielleicht) andere auch etwas davon.

Wiederholung: Nicht geplant.

Zunächst einmal: Ich persönlich plane nicht, in absehbarer Zeit wieder einen Lizenzkurs anzubieten. (Dagegen habe ich Pläne für Weiterbildungsveranstaltungen. Etwas Richtung “Schaltungen verstehen” wäre wahrscheinlich im Herbst 2021 gekommen, wenn der Kurs nicht dazwischengekommen wäre.)

Grundsätzliches zum Amateurfunk

Grundsätzliche Informationen finden sich auf www.darc.de unter dem Reiter “Einsteiger”. Die Dinge dort sollte in Ruhe durchschauen, wer sich fürs Hobby interessiert. Besonders wichtig sind folgende Punkte, die sich dort finden:

Hilfreiche Tipps

Jeder Mensch ist anders. Ich persönlich habe einen veritablen inneren Schweinhund. Wenn ich etwas erreichen will:

Kontakt mit Funkamateuren

Wer Kontakt mit Funkamateuren aufnehmen will, kann sich von der Distriktliste zu den Ortsverbänden (OV) durchhangeln. In der Regel freut sich ein OV, wenn beim OV-Abend jemand Interessiertes neu auftaucht! Ich empfehle, sicherheitshalber ein paar Tage vorher beim “Ortsverbandsvorsitzenden” (OVV) anzurufen und zu fragen, ob es an dem konkreten Abend passt.

Wer dem DARC beitritt, tritt in der Regel einem OV bei. Nur: Welchem?

In einem typischen OV werden Neuankömmlinge freundlich empfangen und es herrscht überhaupt ein unterstützendes, freundliches Klima.

Verschiedene OVs haben verschiedene Spezialitäten. Wer die eigenen Interessen schon kennt, kann gezielt einem passenden beitreten. Ansonsten einen OV suchen, der aktiv zu sein scheint.

Es ist geschickt, zunächst einmal zwei oder drei verschiedene OVs zu besuchen und sich dann zu entscheiden. Die OV-Entscheidung ist schon wichtig, aber sie ist auch nicht über zu bewerten: Es ist sowieso eine gute Idee, im Geiste guter Nachbarschaft Veranstaltungen anderer OVs zu besuchen, auch wenn man sich im eigenen pudelwohl fühlt. Und, wenn nicht oder irgendwann nicht mehr, ist ein OV-Wechsel in aller Regel problemlos möglich.

Es gibt einige überregional tätige OVs, die man aber auf der DARC-Webseite schlecht findet. Mit D23 (Funkamateure aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs, ist in Berlin recht stark vertreten) habe ich gut-nachbarschaftliche Kontakte, den kann ich empfehlen.

Mir waren sonst bisher nur die anderen beiden überregionalen D-OVs geläufig, auch wenn ich mit ihnen persönlich noch weiter nichts zu tun hatte. Im Verlauf der Recherche für diese Seite habe ich erstaunt festgestellt, dass es noch etliche weitere überregionale OVs gibt. Bis auf D23 kenne ich diese OV nicht persönlich, kann also weder zu- noch abraten. Hier ist die Liste: A55, C73, D22, D23, D24, E16, F76, G73, H60, K26, L33, P62, R55, U73, Y73.

Man kann sich auch einfach an den ortsmäßig nächsten OV halten. Auf der Homepage des DARC gibt es eine passende Suchfunktion.

Die offizielle Seite der BNetzA

Wer auf www.bundesnetzagentur.de das Stichwort “Amateurfunk” in die Suche eintippt, findet die Leitseite der BNetzA zum Thema Amateurfunk. (Oder einfach hier auf Leitseite klicken…)

Wer auf der richtigen Seite gelandet ist, finden dort insbesondere:

Irgendwann demnächst: Alles wird anders.

Es wetterleuchtet schon seit Jahren am Horizont, dass Amateurfunkverordnung, Fragenkataloge und Prüfungen novelliert werden sollen. Inzwischen arbeitet eine engagierte Gruppe von Funkamateuren mit der BNetzA zusammen am neuen Fragenkatalog; ich bin da nach Ende des Kurses auch dazugestoßen und mache inzwischen auch mit.

Aber die Mühlen werden langsam malen, das ist schon abzusehen. Wann die ersten Lizenzen nach Prüfungen mit dem neuen Katalog ausgegeben werden? Ich weiß es nicht. Aber es würde mich sehr wundern, wenn das 2022 schon der Fall ist.

Nach Einführung des neuen Fragenkatalogs wird wahrscheinlich noch ein halbes Jahr lang die Möglichkeit bestehen, sich auch nach dem alten Fragenkatalog prüfen zu lassen.

Lernfortschrittskontrolle / Probeprüfungen

Ich empfehle sehr, beim Lernen kontinuierlich den eigenen Lernfortschritt zu überprüfen: Dazu sich von einer geeigneten Software passend zum schon gelernten Stoff die entsprechenden Fragen als Probeprüfung stellen lassen.

Das gilt besonders für Leute, die gute Technik-Vorbildung haben. Leider kommt es immer wieder vor, dass solche nach kurzer Vorbereitung fröhlich-munter zur Prüfung gehen, die Technik bestens bestehen, sich beim Prüfungsfach “Betrieb” noch einigermaßen durchwurschteln und dann im Prüfungsfach “Vorschriften” durchfallen. Die Vorschriften, das ist weder furchtbar viel noch schlimm. Aber wer sich damit nie beschäftigt hat, kann das nicht.

Ganz allgemein: Durch die Prüfung durchfallen, das muss nicht sein! Es ist jederzeit möglich, sich mit entsprechender Software einer Prüfungssimulation zu unterziehen. Wer das ein paar Mal tut, weiß, ob das eigene Wissen noch Lücken hat.

Welche Software? Kommt darauf an, ob die Prüfungssimulationen lernbegleitend passieren sollen oder erst, wenn der Stoff eigentlich schon mehr oder weniger “sitzt”.

Denn leider sind die Fragenkataloge der BNetzA undidaktisch sortiert. Die Gliederung richtet sich nach internationalen Vertragswerken.

Geschickt ist, einer Prüfungssimulationssoftware beizubringen, welche Fragen im eigenen Lernplan schon dran waren und die außen vor zu lassen, die erst noch kommen. Das ist geschickt und nützlich, aber nicht jede Software bietet diese Möglichkeit. Die rühmlichen Ausnahmen sind:

Mehr Auswahl hat, wer sich allen Fragen auf einmal stellen möchte.

Dazu kann afutest benutzt werden oder auch AfuP (letzteres wahlweise auf dem eigenen Rechner oder in der Online-Version). Es gibt etliche andere Probeprüfungsprogramme. Ich höre Gutes von Apps für Android-Smartphones, namentlich von der von bueffeln.net, die allerdings ein paar Euro kostet. Sie wiederholt genau die Fragen öfter, mit denen der oder die einzelne Lernende mehr Schwierigkeiten hat. Eigene Erfahrungen damit habe ich keine (sondern ein googlefreies Android-Handy ohne Playstore).